17.09.2010

Mittelalterliche Glücksbringer: Nicht nur Modeschmuck

Technischer Fortschritt und Aufklärung wecken in vielen Menschen das Bedürfnis nach Mysterien. Vergangene Epochen üben somit gerade heute einen besonderen Reiz aus und erfahren seit einigen Jahren eine Wiederbelegung.

In nahezu sämtlichen Lebensbereichen halten vergangene Riten, Tätigkeiten und Gegenstände Einzug in die moderne Welt. Dabei wird nicht grundsätzlich auf geschichtliche Fakten geachtet. Zuweilen kommt es durch die Vermischung von Altertum und Mittelalter zu einem romantisierten Gesamtbild. Grundsätzlich verkehrt ist dies nicht, da bestimmte Praktiken und der Aberglaube von einer Epoche in die andere übernommen wurden.

Großer Beliebtheit erfreuen sich mittelalterliche Glücksbringer, die als Schmuck in Form von Ringen und Amuletten getragen werden. Durch Beschaffenheit und eingravierte Symbole sollen sie dem Träger zu einem besseren Lebensgefühl verhelfen. Auch weniger abergläubische Menschen tendieren dazu, Talismane am Körper zu tragen oder diese in die häusliche Umgebung einzubinden. Metall und Holz sind nur zwei der Materialien zur Anfertigung derartiger Kleinode. Edelsteinen werden seit jeher spezielle Charaktereigenschaften zugesprochen. Weniger weit verbreitet ist das Verwenden gewöhnlicher Steine. Neben dem käuflichen Erwerb besteht auch die Möglichkeit zur eigenen Herstellung. Es entsteht somit ein persönlicherer Bezug zu dem Schmuckstück. Workshops und Bücher bieten hier beispielsweise Anleitungen oder Anregungen. Rituale zur Machterhöhung eines Gegenstandes finden meist nur bei festem Glauben an die Existenz magischer Energien Anwendung. In der Regel sind es die gewählten Symbole, auf die sich der Träger verlässt.

Zu den Gegenständen, denen die Bescherung von Glück zugesprochen wird, gehören jedoch auch Dinge, die nicht am Körper getragen werden. Sie dienen hauptsächlich zur Dekoration von Wohnräumen und Außenbereichen. Hufeisen, Mistelzweig, Abbildungen vierblättriger Kleeblätter oder das Glücksschwein sind Symbole, die in längst vergangenen Zeitaltern wurzeln. Nur noch selten wird man etwa das Verwenden einer Hasenpfote als Talisman finden. Während ehemals der Aberglaube im Mittelpunkt stand, konzentriert sich der moderne Mensch heute mehr auf die optische Wirkung.