14.03.2011
Heutzutage sind Doppelglasfenster Standard in deutschen Haushalten. Das liegt vor allem am Energiesparkonzept der Bundesregierung und an den in den letzten Jahren beständig steigenden Heizkosten, die von den Haushalten getragen werden müssen. Tatsächlich ist die Produktion bzw. Herstellung von Doppelglasfenstern in den letzten Jahren dank moderner Verfahren deutlich günstiger als zu Beginn der Manufaktur, daher können die Fenster auch zu moderaten Preisen angeboten werden. Dennoch gibt es teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Modellen, welche zum einen in der Qualität der Isolierung und zum Anderen der Befestigung der Glasscheiben begründet sind. Der Isolierungseffekt des Doppelglases wird vor allem von der Schicht zwischen den Scheiben bewerkstelligt. Am Besten eignet sich ein Vakuum, weil es den denkbar größten Leitungswiderstand bietet. Viele Scheiben haben aber nur ein einfaches Luftpolster oder ein eingeschlossenes Leichtgas zwischen den Scheiben, welche zwar ebenfalls einen großen spezifischen Wärmewiderstand aufweisen, aber nicht so gut isolieren wie ein Vakuum.
Ein Vakuum zwischen zwei Scheiben herzustellen ist technisch nur sehr schwer realisierbar, allerdings kann man einen Unterdruck erzeugen und so den Widerstand sehr gering halten. Neben der technischen Realisierung des Unterdrucks spielt bei Doppelglasscheiben vor allem die Anbringung der Gläser selbst bei der Montage eine entscheidende Rolle. Meistens werden sie von Metallstreifen auf Abstand gehalten und dann mit einer Silikonschicht abgedichtet. In diesem Verfahren sind die Scheiben unmittelbar nach der Fertigung noch nicht einsatzfähig, weil das Silikon mehrere Stunden, oft sogar mehrere Tage trocknen muss. Zudem dürfen keine Lücken oder Schwachstellen in der Verbindung entstehen, weil sonst die Fensterstatik und die Isolierung nicht mehr sicher wären.
Grundsätzliche Wärmeaustauschprozesse sind Wärmeleitung, Konvektion und Wärmestrahlung. An einem Fenster finden alle diese Prozesse statt, wobei die Wärmeleitung für die Energieeffizienz in erster Linie nur eine untergeordnete Rolle spielt, aber in zweiter Linie die beiden dominanten Austauschprozesse teilweise erheblich einschränkt. Alle diese Prozesse treten nur bei einem Temperaturgefälle auf. Das heißt auch die Konvektion zwischen Außenfenster und Scheibe hängt vom Temperaturunterschied ab. Je größer der Unterschied, desto größer der Wärmefluss und desto ineffizienter ist das Fenster. Bei einem gut isolierten Fenster ist die Fensteraußenseite fast so kalt wie die Umgebungsluft, damit herrscht durch das geringe Temperaturgefälle fast gar kein konvektiver Wärmeübergang.